Das Hadern mit dem Kunstmarkt hat ein Ende gefunden – die zu hoch aufgebauten Anforderungen an andere und sich selbst sind als hemmende Barrieren erkannt – der Zugang zur Kunst hat sich wieder geöffnet. Kontakte mit anderen Künstlern im In- und Ausland waren maßgeblich an der Neuorientierung beteiligt, aber auch der Wunsch, die ‘Gesellschaft’ aufzurütteln und mit viel Humor und Intellekt, die eigenen kritischen Gedanken zu visualisieren.
Die Auseinandersetzung mit dem Unterschied von Wirklichkeit und Realität ist und bleibt die treibende Kraft für Miki Früh.
Als weit aufgespannten Rahmen wählt Miki Früh das Thema “Strukturen”, unter dessen Beleuchtung er mit facettenreichen Positionswechseln die Realität – subjektiv natürlich! – betrachtet und kritisch Politik und Gesellschaft, aber auch Natur- und Geisteswissenschaften untersuchen will.
Die deutliche Trennung zwischen Kunst und Karikatur ist noch nicht vollends abgeschlossen, zuerst musste sich die Unterscheidung der Denkweise von Gebrauchsgrafiker und Künstler deutlich herauskristallisieren. Eine Festlegung auf einen Stil oder ein Malmedium im vornherein, lehnt Früh ab – die Vielseitigkeit, Variation und Kombination beweisen seinen Anspruch und seine Experimentierfreudigkeit – auch auf die Gefahr hin, für Sammler und Kunstmarkt kaum berechenbar und schwer zuordbar zu sein. Sein fast schon diebischer Spaß und der Genuß an der freien Arbeit als Künstler verbieten es ihm geradezu, sich jetzt schon für immer festzulegen.