Stiller Protestmarsch mit leerer Leinwand

HALLE11 MUSS SCHLIESSEN

Überall in den Landkreisen wird das Ehrenamt sehr hoch gehalten und sollte irgendwo einmal das Geld ausgehen, wird sofort das Ehrenamt in Erwägung gezogen, sich der „Sache“ anzunehmen. Was aber, wenn eine freie Kultur eigene Wege gehen will? Zwischen möglichen Investoreninteressen, Stadtplanung und dem Wunsch nach Kultur, die sich etabliert, baden sich nahezu alle Gönner und Befürworter in Ihren eigenen Lippenbekenntnissen und nichts geschieht.
Die freie Kultur macht dicht, weil sie sich mit Nutzungsuntersagungen nicht über Wasser halten kann – der Eigentümer entzieht seine Unterstützung, weil die freie Kultur nicht so agiert (nicht kann wegen der Nutzungsuntersagung) wie gewünscht, der Vermieter tut nichts wegen eines auslaufenden Vertrages, die Immobilie zu verwalten.
Jetzt ist das Fast-Industriedenkmal mit Ende des Monats wieder leerstehend… die Künstler gehen Ihrer Wege.
Den bildlichen Anfang des Weges macht Miki Früh mit seinem „stillen Protestmarsch mit leerer Leinwand“ am 24.07.2013
Am Sonntag, den 28.07. verabschiedet sich die Halle11 mit den Ruinen des geplanten Programms unter dem Motto „Wir sind die Kulturzombies – Halle11 ist tot, die Idee lebt weiter.
Protestmarsch mit leerer Leinwand

Protestmarsch mit leerer Leinwand

Wir haben gewartet, geplant, gezahlt, gearbeitet, gehot, uns eingebracht, gekämpft, gestaltet und uns nie entmutigen lassen!
Letztlich konnte im sehr langwierigen Prozess jedoch keine Lösunggefunden werden, die ein Weiterbestehen der HALLE11 ermöglicht hat.

Während anderer Orts Ateliergemeinschaften „am Brandschutz vorbei“ existieren dürfen, muss nun die HALLE11, freie Kultur Puchheim ihre Bemühungen um übergreifende Kunst und Kultur beenden.

Stellvertretend für den Auszug aller Künstler aus der HALLE11 wird der Mitorganisator, Grafiker und Künstler Miki Früh sein Atelier räumen. Symbolisch für diesen Vorgang wird Miki Früh am

Mittwoch, den 24.07.2013, um17:00 Uhr

in Puchheim starten und seine grosse, leere Leinwand (2 x 3 Meter) zu Fuß und als Happening zu seinem Wohnort Emmering tragen. Die leere Leinwand wird Symbol für die Verhinderung und das Nicht-Zustandekommen von Kunst. Die Mühen und der vergebliche Idealismus werden durch den langen Fußmarsch mit der unhandlichen Leinwand ausgedrückt. Kunst tut weh, macht Arbeit und ist unbequem – dies sind weitere Bedeutungsebenen, getragen durch den öffentlichen Raum mittels einer „vergeblichen Aktion“.

Start: 17:00 Uhr in Puchheim an der HALLE11, Josef-Strasse 23
Weg durch Puchheim über Eichenau, Roggenstein, Untere Au
Emmering nach Emmering. Ende: Offen

Wer mitkommen oder Teile des Weges mitbeschreiten möchte, stösst einfach dazu.

Hier noch der ungefähre Plan:

 

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.